Wir hatten dieses Jahr zwar keinen gemeinsamen Ohrwurm, der uns wie im letzten Jahr noch tagelang verfolgt hätte – obwohl der Vorjahres-Hit („Bowling, Baby!“) irgendwo im Hinterkopf noch leise „Ich bin noch daaa!“ flüsterte –, aber die Stimmung war trotzdem sofort wieder auf Betriebstemperatur.
Am 10. März war es dann wieder soweit: 12 Männer, zwei Bowlingbahnen und ein buntes Sammelsurium an Bowlingbällen, das aussah, als hätte jemand einen Regenbogen in runde Form gepresst. Ihnen gegenüber: 10 Pins pro Bahn, aufgestellt wie eine kleine Armee, die noch nicht wusste, dass sie heute reihenweise kapitulieren würde.
Die ersten Würfe dienten dem Warmwerden – und mancher Ball schien noch nicht ganz verstanden zu haben, in welche Richtung sie eigentlich rollen sollte. Die Pins fielen anfangs eher vereinzelt, vermutlich aus Höflichkeit. Doch das änderte sich im Laufe des 2,5-stündigen Bowlingabends drastisch. Plötzlich glühten die Bälle, die Würfe wurden präziser, und die Pins hatten ungefähr so viel Überlebenschance wie ein Schneemann im Hochsommer.
Natürlich durfte auch die Rinne nicht leer ausgehen. Sie zeigte sich großzügig und nahm den ein oder anderen Ball auf – vermutlich, um uns daran zu erinnern, dass sie ebenfalls ein wichtiger Teil des Spiels ist. Teamgeist und so…
Doch am Ende ging es nicht um Strikes, Spares oder darum, wer die eleganteste Wurftechnik hatte. Der wahre Sieg lag darin, gemeinsam zu lachen, zu frotzeln und einen unbeschwerten Abend mit großartigen und lieben Menschen zu verbringen.


