In der Bundesversammlung der Regionalvertreter der Schwulen Väter – Gruppen in Deutschland wird regelmäßig besprochen und beschlossen, auf welchem CSD man in einem Jahr mit einer möglichst großen „Mannschaftsstärke“ auflaufen möchte, um auf unsere Selbsthilfegruppen aufmerksam zu machen und ein unübersehbares Zeichen zu setzen, wer wir sind und für was wir stehen.
Für 2026 war nun schon vor fast einem Jahr die Wahl auf Hamburg gefallen.
Die Hamburger Vätergruppe hatte, obwohl sie schon seit 40 Jahren existiert und noch nie an einem Hamburger CSD teilgenommen hatte, also die Einladung an alle Regionalgruppen ausgesprochen und ein tolles Wochenende für alle Teilnehmer organisiert.
Mit 54 Teilnehmern kam so am 01.08. zur CSD-Demo eine wirklich beeindruckende Zahl an Vätern, Ehemännern und deren Partnern und Freunden zusammen.
Natürlich gibt es keine Verpflichtung zur Teilnahme für die Mitglieder der verschiedenen Vätergruppen. Nur Männer, die sich nach oder in Ihrem Outing-Prozess sicher genug fühlen, und Lust haben, sich zu zeigen, machen mit.
Trotz der aktuellen, schockierenden Ereignisse in Berlin gab es keine einzige Absage. Wir lassen uns von Extremisten nicht einschüchtern. „Jetzt erst Recht !“ war die allgemeine Stimmung.
Wir Essener, das kann man wohl mit Stolz anmerken, stellten mit 13 Männern die größte Gäste-Gruppe an diesem Wochenende. Neben der 21 köpfigen Hamburger Heimmannschaft kamen andere Männer aus Saarbrücken, Bielefeld, Frankfurt, Stuttgart, Dresden, Berlin und weiteren Städten und Regionen hinzu.
Die meisten reisten schon am Freitag Nachmittag zu einem Warm-Up an. Viele kannten sich ja schon durch die Waldschlösschen-Wochenenden und so kam es bei Claus, der zu einer Gartenparty zu sich nach Hause eingeladen hatte, bei Bratwurst, Brötchen und leckeren, frisch gemixten Cocktails (Danke Jürgen und Thede!), zum freudigen Wiedersehen. Schließlich sind wir schon fast alle eine große Familie.
Bei einem kurzen, aber äußerst heftiger Wolkenbruch wurde das neu Party-Equipment der Hamburger auf Regendichtheit getestet, aber das konnte uns die gute Stimmung nicht verderben.
Nach diesem Auftakt besuchten wir noch am selben Abend die Partyzone, die in der City mit Infoständen und mehreren Musik und DJ-Bühnen am Jungfernstieg, Ballindamm und Rathausmarkt aufgebaut war, zu einem ersten Feier-Abend.
Am Samstag startete dann die CSD-Demo, die laut Presse die größte war, die jemals in Hamburg stattgefunden hatte.
Das Wetter meinte es gut mit uns: Nach den vorangegangen heißen Tagen, gab es heute Sonne und Wolken bei sehr angenehmen 24 °C. Einfach optimal.
Am Straßenrand herrschte eine Super-Stimmung und es war offensichtlich, dass nicht nur queere Hamburger gekommen waren, um Solidarität zu zeigen und unsere Community zu unterstützen.
Dank eines massiven Polizeiaufgebotes fühlten sich alle sehr sicher, obwohl die Demo sich Ihren Weg auch teilweise durch „Problemzonen“ Hamburgs bahnte. Es ist auch aufgrund des nach Berlin nochmals überarbeiteten Sicherheitskonzepts kein einziger Zwischenfall bekannt geworden.
Danke an die Hamburger Polizei !
Unsere Fußgruppe mit den einheitlichen pinkfarbenen Hüten zog mit Banner, lautstarkem Jubel, mehreren Seifenblasenkanonen und cooler Musik aus zwei 300 Watt-Boxen in unseren Bollerwagen immer wieder die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich. Auch in der Hamburger Presse wurden die Teilnahme der Schwulen Väter mehrfach explizit erwähnt.
Das war ein toller Publicity-Erfolg und man darf gespannt sein, wie viele neue Interessierte oder Hilfesuchende in der nächsten Zeit den Kontakt zur Selbsthilfegruppe aufnehmen werden.
Nach ca. 4 Stunden Demo und einer kleinen Pause ließen wir den Tag auf der Partymeile in mehreren Kleingruppen ausklingen. Einige zog es sogar noch in den einen oder anderen Club, nachdem um 0 Uhr das Straßenfest für diesen Tag beendet war.
Am Sonntag hatten die Hamburgern dann ein „Hangover-Brunch“ in einem Restaurant an St. Georg organisiert, was für uns eine Art Abschlussveranstaltung darstellte.
Einige reisten dann ab, weil sie am Montag wieder im Job stehen mussten, andere machten bei weiterhin traumhaftem Wetter noch Ausflüge, z.B. auf der Alster oder Elbe.
Es war ein unvergesslich schönes Wochenende, aus dem wir alle gestärkt hervorgegangen sind.
Die Hamburger hatten ihre und unsere CSD-Premiere in der Hansestadt perfekt organisiert, so dass sich alle wohlfühlten und das Abschiednehmen mal wieder schwer fiel.
Aber: Nach dem CSD ist vor dem CSD !
Am kommenden Samstag findet man die Schwulen Väter Essen auf der Ruhr-Pride sowohl bei der Demo also auch auf dem Straßenfest auf dem Kennedyplatz.
Wir freuen uns auf Euren Besuch und gute Gespräche.



