Am vergangenen Samstag, dem 8. August 2026, fand in der Essener Innenstadt der 15. ruhrPRIDE statt. Unter dem Motto „Proud. Love. Freedom“ versammelten sich nach Polizeiangaben 4000 Teilnehmende, eine Rekordzahl, und unzählige Zuschauer aus dem gesamten Ruhrgebiet.
Wieder einmal wurde ein sichtbares Zeichen für Akzeptanz, Vielfalt und die Rechte der queeren Community gesetzt, was besonders nach dem verheerenden und feigen islamistischen Anschlag auf dem CSD in Berlin wichtig und beeindruckend war.
Ab 11:30 h fanden sich nach und nach die Teilnehmenden des Umzuges an der Messe Essen ein. Auch wir von der Gruppe „Schwule Väter und Ehemänner Essen“ versammelten uns an der uns zugewiesenen Platznummer 20 des Zuges.
13 Väter und deren Partner waren mit Bollerwagen, zwei Musikboxen, fünf Seifenblasenmaschinen nun bestens vorbereitet für die Demo, zu der insgesamt 32 verschieden Gruppen angemeldet waren.
Wir starteten um 12:00 Uhr und die Route führte über Rüttenscheid sowie den Hauptbahnhof bis zum Kennedyplatz. Um die Teilnahme auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen zugänglicher zu machen, hatten die Veranstalter die Strecke im Vergleich zu den Vorjahren bewusst leicht verkürzt.
Zum nächsten CSD möchten wir gerne einen konstruktiven Vorschlag vortragen:
Eine andere Streckenführung, z.B. auch durch die Essener Innenstadt, könnte dazu beitragen, das Event für eine größere Öffentlichkeit sichtbarer zu machen und damit die Aufmerksamkeit für die Veranstaltung weiter zu steigern. Daher würden wir uns freuen, wenn die Organisatoren für das nächste Jahr eine entsprechend publikumsreichere Strecke bei ihrer Planung in Betracht ziehen.
Neben zahlreichen Privatpersonen schlossen sich Verbände, Parteien, Vereine und regionale Organisationen dem Zug mit Musik, bunten Plakaten und Regenbogenflaggen an.
Auch wir hatten dieses Jahr nicht nur unser Banner in der ersten Reihe unserer Gruppe, sondern ebenfalls von zwei Vätern adhoc selbst angefertigte Plakate mit Botschaften und Appellen. Schließlich wollten wir dieses Jahr nicht nur auf unsere Selbsthilfegruppe, sondern auch auf aktuelle Themen aufmerksam machen.
https://campaigns.allout.org/de/grundgesetz-fuer-alle
Über das tolle Wetter mit seinen angenehmen sonnigen 25 Grad konnten wir uns keineswegs beschweren. Unsere Musikboxen verrichteten brav ihren Dienst und heizten uns und dem Publikum ordentlich ein.
Unsere Seifenblasenmaschinen wollten jedoch nicht so ganz, wie wir uns das vorgestellt hatten. Irgendwie war das Mischungsverhältnis des Seifenlauge nicht optimal, sodass wir leider nicht so große Seifenblasenwolken produzieren konnten, wie noch letzte Woche auf dem CSD in Hamburg.
Die Polizei Essen zeigte entlang der Umzugsstrecke sowie rund um den Kennedyplatz eine verstärkte Präsenz, um einen störungsfreien Ablauf der Großveranstaltung zu gewährleisten. In Abstimmung mit den Organisatoren hielten sich die Einsatzkräfte im Umfeld der Feierlichkeiten jedoch überwiegend im Hintergrund, um den Charakter des Festes zu wahren. Nach Angaben der Einsatzkräfte verlief die Veranstaltung friedlich und ohne schwerwiegende Zwischenfälle.
Im Anschluss an die Demonstration verlagerte sich das Geschehen auf das zentrale Straßenfest auf dem Kennedyplatz und dem benachbarten Friedensplatz.
Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen betonte in seiner Begrüßung die Bedeutung von Zusammenhalt und gelebter Vielfalt in der Stadt. Neben Informationsständen bot ein ganztägiges Bühnenprogramm Live-Musik, Talks und eine emotionale Schweigeminute am Abend.

Natürlich waren auch wir mit unserer Selbsthilfegruppe auf dem Kennedyplatz wieder mit einem eigenen Infostand vertreten. Zum einen wollten wir über das Thema der „Schwulen Väter und Ehemänner“ im Allgemeinen informieren. Zum anderen boten wir gleichzeitig eine Anlaufstelle für solche Väter/Ehemänner, die sich noch unsicher sind, welchen Weg sie zukünftig gehen sollen und noch nicht geoutet sind.
Bei uns und durch das ausgelegte Info-Material konnten sie vielleicht erstes Vertrauen und auch den Mut fassen, einmal unsere Selbsthilfegruppe zu besuchen. An jedem ersten Donnerstag im Monat bieten wir einen geschützten Raum für Gespräche, in denen man seine Gedanken und Ängste teilen kann.
Erneut zeigte sich, wie wichtig unser Infostand ist, denn der Zulauf war wieder einmal groß. Viele interessante Gespräche wurden geführt und etliche Info-Flyer mitgenommen. Das zeigt uns, dass all die Arbeit und Mühe, die wir als Gruppe gemeinsam in diesen einen Tag investiert hatten, wichtig ist und weiterhin wichtig bleibt.

Für diejenigen von uns, die bereits so weit sind, sich offen zu zeigen und anderen Betroffenen unsere Unterstützung anzubieten, war es wieder ein mal ein erfüllender aber auch anstrengender CSD-Tag.
… und wir machen immer weiter:
Schaut hier auf unserer Homepage, um weitere Infos unter anderem auch zu unseren gemeinsamen Freizeitaktivitäten zu finden.
Wir freuen uns über jeden, der mit uns Kontakt aufnimmt.

